XRechnung: Alles, was Du wissen musst

Wer die XRechnung bisher aufgeschoben hat, steht jetzt unter Druck. Dieser Artikel erklärt, was das Format wirklich bedeutet, welche Fristen gelten und wie Du den Rechnungsprozess so aufstellst, dass er Dich nicht täglich Nerven kostet.

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XRechnung in der Buchhaltung: Mitarbeiterin verarbeitet digitale Eingangsrechnungen mit DATEV-Software im deutschen Büro

Viele Unternehmen merken erst, dass sie ein Problem haben, wenn die erste Rechnung zurückkommt. Format falsch, Leitweg-ID fehlt, Empfängerportal unbekannt. Und plötzlich hängt die Zahlung an einer XML-Datei, die niemand im Team je erstellt hat.

Das muss nicht so sein. Wer einmal verstanden hat, wie XRechnung funktioniert und welcher Prozess dahinter gebraucht wird, hat das Thema dauerhaft vom Tisch.


Das Wichtigste in Kürze

Die XRechnung ist ein strukturiertes, maschinenlesbares XML-Datenformat für elektronische Rechnungen im öffentlichen Auftrag in Deutschland. Seit November 2020 müssen Lieferanten des Bundes ihre Rechnungen in diesem Format einreichen. Für viele Unternehmen ist die Pflicht längst Realität, für andere kommt sie durch die allgemeine E-Rechnungspflicht noch. Wer den Prozess dahinter nicht klar organisiert, verliert Zeit, Geld und im schlimmsten Fall Aufträge.


Was Du aus diesem Artikel mitnimmst:

✅ Wie XRechnung funktioniert: Was hinter dem Format steckt und warum ein PDF keine XRechnung ist

✅ Wie Du die gesetzlichen Fristen einordnest: Wer muss wann liefern und was passiert, wenn nicht

✅ Wie Du häufige Fehler beim Erstellen und Übermitteln vermeidest: Die drei Stolpersteine, die Prozesse zuverlässig ins Stocken bringen

✅ Wie Du den gesamten Rechnungsworkflow automatisierst: Vom Eingang bis zur Freigabe, ohne manuellen Aufwand


Was ist eine XRechnung und warum reicht ein PDF nicht mehr?

Viele Unternehmen glauben, sie stellen bereits elektronische Rechnungen aus, weil sie eine PDF-Datei per E-Mail verschicken. Das ist nachvollziehbar. Aber es ist falsch.

Eine XRechnung ist kein Dokument, das ein Mensch liest. Sie ist ein Datensatz, den eine Maschine verarbeitet. Das Format basiert auf XML, einem strukturierten Datenformat, das von ERP-Systemen, Buchhaltungssoftware und Behörden-Portalen direkt eingelesen werden kann, ohne dass jemand Zahlen abtippen oder Felder manuell befüllen muss.

XRechnung vs. klassische Rechnung: Der entscheidende Unterschied

Stell Dir vor, Du schickst einer Behörde eine Rechnung als PDF. Auf der Gegenseite muss jemand die Datei öffnen, die Rechnungsnummer, den Betrag, die Bankverbindung und Dutzende weitere Felder manuell in das System übertragen. Fehler passieren. Rückfragen entstehen. Zahlungen verzögern sich.

Eine XRechnung macht genau diesen Schritt überflüssig. Die Datenfelder sind normiert, maschinenlesbar und werden direkt verarbeitet. Kein manueller Eingriff, keine Tippfehler, keine Rückfragen über Wochen.

Der technische Standard dahinter heißt UN/CEFACT CII oder UBL 2.1, beide werden in Deutschland unter dem Dach der europäischen Norm EN 16931 zusammengeführt. XRechnung ist die deutsche Ausprägung dieser europäischen Norm und wird vom IT-Planungsrat als verbindlicher Standard für die öffentliche Verwaltung definiert.

Die wichtigsten Pflichtfelder einer XRechnung

Eine valide XRechnung enthält eine Reihe von Pflichtangaben, die über das hinausgehen, was viele Rechnungsvorlagen heute abdecken:

  • Leitweg-ID: Eine eindeutige Kennung des Rechnungsempfängers bei Behörden, vergleichbar mit einer Postadresse für digitale Rechnungen
  • Käuferreferenz: Eine interne Bestellnummer oder Referenz des Auftraggebers, die für die automatische Zuordnung beim Empfänger notwendig ist
  • Steueraufschlüsselung: Jeder Steuersatz muss separat ausgewiesen werden, pauschal reicht nicht
  • Bankverbindung (IBAN/BIC): Strukturiert, nicht als Freitext
  • Rechnungspositionsebene: Jede Position wird einzeln mit Menge, Einheit, Einzelpreis und Gesamtpreis ausgewiesen

Wer diese Felder nicht vollständig und korrekt befüllt, erhält seine Rechnung vom Empfängerportal zurückgewiesen. Ohne Ausnahme.

Gesetzliche Pflicht: Wer muss XRechnung nutzen und ab wann?

Die Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung ist kein Zukunftsszenario mehr. Sie rolliert seit Jahren und gewinnt gerade erheblich an Dynamik.

Bundesbehörden seit 2020

Seit dem 27. November 2020 sind alle Lieferanten des Bundes, also Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen an Bundesbehörden liefern, verpflichtet, ihre Rechnungen als XRechnung über das Zentrale Rechnungseingangsportal des Bundes (ZRE) oder das OZG-konforme Rechnungsportal (OZG-RE) einzureichen. Für Landesbehörden gelten teilweise abweichende Portale und Fristen, die von Bundesland zu Bundesland variieren.

Die allgemeine E-Rechnungspflicht ab 2025

Mit dem Wachstumschancengesetz 2024 hat Deutschland den nächsten Schritt gemacht. Ab 1. Januar 2025 müssen inländische B2B-Rechnungen grundsätzlich als strukturierte elektronische Rechnung ausgestellt werden können. Die Übergangsfrist für den Empfang endet schrittweise: Unternehmen müssen E-Rechnungen ab Januar 2025 empfangen können, das Versenden wird je nach Unternehmensgröße bis 2028 verpflichtend.

XRechnung ist dabei eines der zulässigen Formate, alternativ ist auch ZUGFeRD ab Version 2.x zulässig, ein hybrides Format, das sowohl ein lesbares PDF als auch einen eingebetteten XML-Datensatz enthält.

Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aus 2023 haben erst 37 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern einen vollständig digitalisierten Rechnungseingang implementiert (Bitkom.org). Die Mehrheit verarbeitet Eingangsrechnungen noch manuell oder halbautomatisch.

Das zeigt: Die gesetzliche Pflicht und die operative Realität klaffen noch erheblich auseinander.

Was die E-Rechnungspflicht für Dein Unternehmen konkret bedeutet

Die gesetzlichen Anforderungen rund um XRechnung sind eng mit der breiteren E-Rechnungspflicht verknüpft. Wenn Du verstehen willst, welche Ausnahmen gelten, welche Übergangsfristen für Dein Unternehmen zutreffen und was das Wachstumschancengesetz im Detail regelt, haben wir dafür einen eigenen Artikel geschrieben: E-Rechnungspflicht: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

So erstellst Du eine XRechnung: Schritt für Schritt

Theorie ist gut. Ein funktionierender Prozess ist besser. Hier ist, was Du konkret tun musst.

XRechnung erstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung von Rechnungserfassung bis Archivierung

Schritt 1: Rechnungsdaten vollständig erfassen

Bevor Du eine XRechnung erstellst, musst Du alle Pflichtfelder kennen und sicherstellen, dass Deine internen Systeme diese Daten liefern. Besonders die Leitweg-ID des Empfängers und die Käuferreferenz werden häufig übersehen, weil sie in klassischen Rechnungsprozessen keine Rolle spielen.

Frag Deinen Auftraggeber vor der ersten Rechnungsstellung aktiv nach diesen Angaben. Viele Behörden geben sie im Bestellschreiben mit. Wenn nicht, ist ein kurze Rückfrage sinnvoller als eine zurückgewiesene Rechnung.

Schritt 2: Das richtige Tool wählen

Es gibt drei Wege, eine XRechnung zu erstellen:

  1. ERP-System mit XRechnung-Modul: SAP, Sage, DATEV und andere Systeme bieten Module an. Wenn Du bereits ein ERP nutzt, ist das der naheliegendste Weg.
  2. Spezialisierte Online-Tools: Portale wie „Mein Unternehmensportal“ des Bundes bieten kostenfreie Eingabemasken zur manuellen Erstellung.
  3. Automatisierte Prozessplattformen: Wenn Du regelmäßig Rechnungen ausstellst, lohnt sich ein Prozess, der die Erstellung, Prüfung und Übermittlung automatisiert. Dazu später mehr.

Schritt 3: Validierung vor dem Versand

Eine XRechnung, die syntaktisch falsch aufgebaut ist, wird vom Empfängerportal automatisch abgelehnt. Nutze vor dem Versand einen Validator. Der offizielle KoSIT-Validator ist kostenlos und prüft, ob Deine XML-Datei dem Standard entspricht. Viele Tools integrieren diesen Schritt bereits.

Schritt 4: Übermittlung über das richtige Portal

Für Bundesbehörden gilt das ZRE oder das OZG-RE. Für Landesbehörden musst Du je nach Bundesland das richtige Portal kennen. Einige Länder betreiben eigene Portale, andere nutzen gemeinsame Lösungen. Prüfe das vor der ersten Rechnung, nicht danach.

Schritt 5: Archivierung sicherstellen

Die erstellte XRechnung muss revisionssicher archiviert werden. Das bedeutet: unveränderlich, nachvollziehbar und für den Finanzprüfer auffindbar. Prüfe, ob Dein Archivsystem XML-Dateien korrekt verwaltet oder ob Du eine zusätzliche Lösung brauchst.

Häufige Fehler beim Erstellen einer XRechnung

Fehler 1: Fehlende oder falsche Leitweg-ID.

Das ist der häufigste Ablehnungsgrund. Prüfe die ID direkt beim Auftraggeber und hinterlege sie in Deinem System.

Fehler 2: Unvollständige Steueraufschlüsselung.

Mehrere Steuersätze auf einer Rechnung müssen einzeln ausgewiesen werden. Pauschalierungen funktionieren hier nicht.

Fehler 3: Fehlende Validierung vor dem Versand.

Wer ohne Validator versendet, riskiert Ablehnungen, die Wochen kosten können, weil Behörden-Portale keine sofortigen Rückmeldungen liefern.

XRechnung in der Praxis: Wie der Prozess wirklich funktioniert

Eine valide XRechnung zu erstellen ist eine Sache. Den gesamten Prozess darum herum, Eingang, Prüfung, Freigabe, Buchung, Archivierung, so zu organisieren, dass er reibungslos läuft, ist eine andere.

Genau hier entstehen in den meisten Unternehmen die echten Probleme. Nicht am Format selbst, sondern an der Frage: Wer tut was, wann und mit welchen Informationen?

Use Case 1: Ausgehende XRechnung automatisch erstellen und versenden

Vorher: Der Sachbearbeiter öffnet das ERP, trägt Projektdaten manuell ein, exportiert eine PDF, prüft die Vollständigkeit visuell, lädt die Datei manuell ins Behörden-Portal hoch und hinterlegt den Upload in einer Excel-Tabelle.

Nachher mit Prozess-Tool: Sobald ein Auftrag als abgeschlossen markiert wird, startet automatisch ein Prozess. Ein KI-Knoten liest die relevanten Projektdaten aus dem CRM oder einer Datenbank, befüllt eine Rechnungsvorlage und erzeugt die XRechnung als XML. Ein HTTP-Knoten übermittelt die Datei direkt an das Empfängerportal. Die Bestätigung wird automatisch archiviert. Der Sachbearbeiter erhält nur noch eine kurze Statusmeldung. Die Prozessautomatisierung übernimmt den Rest.

Use Case 2: Eingehende XRechnung prüfen und freigeben

Vorher: Eine XML-Datei landet im Postfach. Niemand kann sie direkt lesen. Sie wird manuell geöffnet, interpretiert, mit dem Auftrag abgeglichen und nach mehreren Rückfragen freigegeben oder abgelehnt.

Nachher mit Prozess-Tool: Der E-Mail-Eingang löst automatisch einen Prozess aus. Ein KI-Knoten extrahiert die relevanten Felder aus der XML-Datei: Rechnungsbetrag, Rechnungssteller, Referenznummer, Fälligkeitsdatum. Diese Daten werden mit dem entsprechenden Auftrag abgeglichen. Stimmt alles, wird die Rechnung zur Freigabe an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet, inkl. einem vorbereiteten Formular, das alle relevanten Informationen übersichtlich anzeigt. Mit einem Klick freigegeben oder zurückgewiesen. Die Entscheidung wird revisionssicher gespeichert.

Use Case 3: Rechnungsstatus transparent nachvollziehen

Vorher: „Ist unsere Rechnung schon bezahlt?“ Niemand weiß es genau. Der Sachbearbeiter sucht in mehreren Systemen, fragt beim Kunden an, wartet auf Antwort.

Nachher mit Prozess-Tool: Ein Prozess trackt jeden Status automatisch: Rechnung erstellt, übermittelt, bestätigt, bezahlt. Jeder Beteiligte sieht den aktuellen Stand ohne nachfragen zu müssen. Der Wait-Knoten in Zenkit Flow setzt automatisch eine Erinnerung, wenn eine Zahlung nach 30 Tagen noch aussteht.

Laut einer Studie von Ardent Partners (2024) verbringen Finanzabteilungen in mittelständischen Unternehmen durchschnittlich 11,8 Tage pro Monat mit manueller Rechnungsverarbeitung. Mit strukturierten elektronischen Rechnungen und automatisierten Workflows lässt sich dieser Aufwand um bis zu 80 Prozent reduzieren (Ardent Partners 2024 State of ePayables report).

Zenkit Flow als Prozessschicht für XRechnung

Zenkit Flow ist keine Buchhaltungssoftware und kein ERP-System. Die Plattform setzt als No-Code-Prozessschicht zwischen Deinen bestehenden Systemen an: Sie sorgt dafür, dass die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt bei den richtigen Menschen ankommen, und übernimmt alle Schritte, die keine menschliche Entscheidung brauchen, automatisch. Kein IT-Ticket, kein Entwickler, kein Projektplan. Prozesse werden direkt von den Fachabteilungen gebaut, getestet und angepasst. Das ist das Prinzip hinter der digitalen Transformation, das wirklich im Alltag ankommt.

Screenshot eines digitalen Rechnungs- und Freigabeprozesses in der Workflow-Automatisierungssoftware Zenkit Flow mit Formularen, Prüfungen, Archivierung und Benachrichtigungen

Häufige Fragen zur XRechnung

Ist XRechnung auch für B2B-Rechnungen zwischen Privatunternehmen Pflicht?

Durch das Wachstumschancengesetz wird die Pflicht zur strukturierten E-Rechnung schrittweise auch auf den B2B-Bereich ausgedehnt. Ab 2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Das Versenden wird für Unternehmen unter einem bestimmten Jahresumsatz noch bis 2027 oder 2028 aufgeschoben. XRechnung ist dabei eines der zulässigen Formate neben ZUGFeRD. Entscheidend ist, dass die Rechnung der europäischen Norm EN 16931 entspricht.

Was passiert, wenn ich eine XRechnung falsch erstelle oder zu spät einreiche?

Eine fehlerhafte XRechnung wird vom Empfängerportal abgelehnt. Du erhältst in der Regel eine Fehlermeldung mit dem Ablehnungsgrund. Die Rechnung gilt dann als nicht eingereicht, was Zahlungsverzögerungen bedeutet. Bei dauerhafter Nichterfüllung der Pflicht gegenüber öffentlichen Auftraggebern kann das im Extremfall Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben. Für den B2B-Bereich gelten zivilrechtliche Konsequenzen, keine direkten Bußgelder, aber fehlerhafte Rechnungen verlängern Zahlungsfristen erheblich.

Kann ich eine XRechnung auch ohne ERP-System erstellen?

Ja. Für gelegentliche Rechnungen an Behörden gibt es kostenfreie Eingabemasken, etwa über das Mein-Unternehmensportal des Bundes oder spezialisierte Webtools. Wer regelmäßig Rechnungen stellt, sollte allerdings einen automatisierten Prozess aufsetzen, weil manuelle Erstellung fehleranfällig und zeitintensiv ist. Eine No-Code-Plattform wie Zenkit Flow kann diesen Prozess ohne IT-Aufwand strukturieren und automatisieren.


Und zum Schluss: XRechnung ist Pflicht, der Prozess dahinter ist Deine Entscheidung

Die XRechnung ist kein Thema, das Du noch aufschieben kannst. Die gesetzliche Pflicht ist für öffentliche Aufträge längst da, für den B2B-Bereich rollt sie gerade an. Wer jetzt handelt, schafft sich einen echten Vorteil: sauberere Prozesse, weniger manuelle Arbeit und Rechnungen, die beim ersten Einreichen akzeptiert werden.

Das Format selbst ist lernbar. Was den Unterschied macht, ist der Prozess dahinter. Wie wird eine Rechnung ausgelöst? Wer prüft sie? Was passiert nach der Freigabe? Diese Fragen lassen sich mit den richtigen Werkzeugen klar, nachvollziehbar und automatisiert beantworten.

Wenn Du Deinen XRechnungs-Workflow ohne IT-Aufwand aufsetzen willst, ist das genau der Bereich, für den Zenkit Flow gebaut wurde.


Wie handhabst Du aktuell Deinen XRechnungs-Prozess? Bist Du schon vollständig automatisiert, oder kämpfst Du noch mit manuellen Schritten? Schreib es uns in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch.


Annalena und das Zenkit Team

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