Wasserfallprojektmanagement orientiert sich an der Natur

Wasserfallprojektmanagement? Wasserfallmodell? Was hat es damit auf sich?

Das Wasserfallmodell ist eine Methode des Projektmanagements. Das Vorgehen setzt sich aus mehreren, voneinander getrennten Phasen zusammen. Diese werden schrittweise nacheinander abgearbeitet. Wie bei einem Wasserfall gehen die Ergebnisse der Phasen als bindende Vorgabe für die nächsten Phasen ein. 

Trotz der klaren Struktur scheint Wasserfallprojektmanagement für Viele in die Jahre gekommen zu sein. Die Methode und das Vorgehen im Wasserfallmodell soll dem digitalen Zeitalter nicht gewachsen sein. Doch eignet es sich für Ihre Projekte?

Dieser Artikel wird Ihnen zeigen, ob das Wasserfallmodell Ihren Anforderungen entspricht oder ob eine agile Methode (wie beispielsweise Scrum) besser geeignet ist.

Das steckt hinter dem Wasserfallprojektmanagement

Wasserfallprojektmanagement ist eine renommierte Projektmanagementmethode. Das Vorgehen ist bekannt in der Softwareentwicklung. Das Wasserfallmodell wurde bereits im Jahre 1956 das erste mal beschrieben und gehört daher zu den klassischen Projektmanagementmethoden. Es definiert sich über zusammenhängende Phasen. Basierend auf einer linearen Struktur, schließen Sie erst eine der Phasen ab, bevor die nächsten Phasen im Wasserfallmodell beginnen. Der Fortschritt eines Projekts bewegt sich schrittweise in Richtung des festgelegten Ziels.

Beim Wasserfallmodellprojektmanagement sind Anforderungen an ein Produkt und die Phasen direkt zu Beginn definiert. Sie und Ihr Unternehmen haben schon früh einen genauen Überblick. Wie ist dann das genaue Vorgehen und wie setzen sich die Phasen des Wasserfallmodells zusammen?

Beim Wasserfallprojektmanagement haben Sie Ihr Ziel klar vor Augen
Beim Wasserfallprojektmanagement haben Sie Ihr Ziel klar vor Augen (via pixabay)

Wasserfallprojektmanagement in 6 Phasen meistern

Das Wasserfallmodell definiert sich über verschiedene Phasen. Im Wasserfallprojektmanagement arbeiten Sie diese nacheinander ab. Die Methode lässt weniger Spielraum für ein flexibles Vorgehen als beispielsweise die Scrum Methode.

Das Wasserfallmodell besteht aus diesen Phasen:

  • Schritt 1: Analyse der Anforderungen
  • Schritt 2: Systemdesign
  • Schritt 3: Programmierung und Modultests
  • Schritt 4: System- und Integrationstests
  • Schritt 5 & 6: Auslieferung und Wartung

Das Wasserfallprojektmanagement bietet verschiedene Abwandlungen hinsichtlich des Vorgehens und der Aufteilung der Phasen. Das oben geschilderte Wasserfallmodell fasst beispielsweise zwei ähnliche Phasen zu einer übergeordneten zusammen.

Die am weitesten verbreitete Methode besteht aus diesen sechs Phasen:

    1. Wasserfallmodell Phase (Anforderungen): Zu Beginn des Wasserfallprojektmanagement legen Sie die Anforderungen an das zu produzierende Produkt fest. Durch ständigen Austausch zwischen den Teammitgliedern wissen diese über die Anforderungen des Projekts und das Vorgehen Bescheid.
    2. Wasserfallmodell Phase (Systemdesign): Die Entwicklung der Softwarearchitektur findet unter Berücksichtigung der in Phase (1) festgesetzten Anforderungen statt. Der Zweck dieser Wasserfallmodell Phase ist das Erstellen von Systemanforderungen. 
    3. Wasserfallmodell Phase (Umsetzung): Die Software wird entwickelt und in den nachfolgenden Phasen integriert und getestet. 
    4. Wasserfallmodell Phase (Testzeitraum): Tests sind unerlässlich im Wasserfallprojektmanagement. Ziel ist es, Fehler zu finden und diese zu beseitigen. Probleme, die bei der Nutzung des Produkt entstehen, müssen um jeden Preis verhindert werden.
    5. Wasserfallmodell Phase (Implementierung): Es kommt zur Inbetriebnahme des Produkts. Hier zeigt sich, ob dieses den Anforderungen der Nutzer entspricht.
    6. Wasserfallmodell Phase (Wartung): Das Wasserfallmodell endet mit der Instandhaltung. Das System wird angepasst und verbessert. Es wird ein durchgängiger Produkt-Support geboten.
eim Wasserfallprojektmanagement sind die Schritte klar vorgegeben
Beim Wasserfallprojektmanagement sind die Schritte klar vorgegeben (via rawpixel)

Mehr Struktur im Wasserfallmodell vs. mehr Flexibilität mit Scrum

Da beim Wasserfallprojektmanagement das Projekt in verschiedene Phasen unterteilt ist, verleiht es dieser Methode eine feste Grundstruktur. Trotzdem hat jedes Unternehmen eigene Anforderungen. Das eine plant mit einem Projektmanagementtool, das andere mit schriftlichen Aufzeichnungen. 

Wie profitieren beide vom Wasserfallprojektmanagement und was sind die Nachteile gegenüber einer agilen Methode wie Scrum?

Vorteile und ChancenNachteile und Schwierigkeiten
  • Gute Planungsmöglichkeiten: Beim Wasserfallprojektmanagement werden zu Beginn alle Anforderungen festgelegt. Dies ermöglicht eine genauere Zeit- und Kostenplanung. So ermitteln Sie früh mögliche Engpässe.

  • Fortschrittsmessung: Das Wasserfallmodell weist mit seinen Phasen eine klare Struktur auf. Der Arbeitsumfang lässt sich zu jedem Zeitpunkt einsehen. Behalten Sie den Überblick über Ihr Vorgehen und das Erreichen Ihrer Anforderungen.

  • Einfache Struktur: Vergleichen Sie das Wasserfallprojektmanagement mit einer Methode wie Scrum, erkennen Sie dessen feste Struktur. Es besteht aus Phasen, welche Sie nacheinander bearbeiten. Diese sind klar voneinander getrennt.

  • Direkter Informationsaustausch: Das Vorgehen wird mithilfe der verschiedenen Phasen sehr detailliert dokumentiert. Beim Wasserfallprojektmanagement haben neue Mitarbeiter sofort Zugang zu allen Aktivitäten. Auf diese Weise fangen Sie das Ausfallen eines Mitarbeiters bestens auf.


  • Hohes Risiko: Das Testen des finalen Produkts findet erst gegen Ende statt. Dadurch besteht ein höheres Risiko für technischen Mängel. Ein markanter Fehler zu Beginn, beispielsweise eine falsche Kostenplanung, beeinflusst das gesamte Vorgehen.

  • Abfolgeproblem: Auf dem Papier sind die verschiedenen Phasen klar voneinander getrennt und laufen nacheinander ab. In der Praxis sind Rückschritte unvermeidlich. Im Testzeitraum können Fehler auftreten, welche Sie später in der Softwaregestaltung anpassen müssen.

  • Wenig Innovationsspielraum: Einer der größten Nachteile im Wasserfallprojektmanagement ist das wenig flexible Vorgehen. Neue Ideen lassen sich im Gegensatz zu Scrum schlecht berücksichtigen, da das Vorgehen und die Anforderungen fest definiert sind.

  • Feedback wird nicht berücksichtigt: Das Orientieren am Wasserfallmodell ermöglicht wenig Spielraum für das Feedback von Kunden. Möglich ist dies erst in späteren Phasen, nach der Fertigstellung des Produkts.
    (Der große Vorteil der Scrum Methode ist das Berücksichtigen von Feedback)

  • Später Return on Investment: Der Erfolg ist beim Wasserfallmodell schwer vorherzusagen. Die Einführung des Produktes findet erst spät nach dem Entwicklungsprozess statt. Ein Unternehmen kann erst gegen Ende aller Phasen mit Profiten rechnen.

Wasserfallprojektmanagement in Zenkit mithilfe von Subtasks
Wasserfallprojektmanagement mithilfe von Zenkit und Subtasks

Flexible Alternativen zum Wasserfallprojektmanagement

Verglichen mit einer agilen Methode wie Scrum, erscheint das Wasserfallprojektmanagement ziemlich starr. Das liegt daran, dass Anforderungen zu Beginn fest definiert und während des Projekts nicht mehr angepasst werden. 

Das heißt allerdings nicht, dass dieses Vorgehen nirgends Verwendung findet. Die Methode ist perfekt für Projekte, die mehrmals unter ähnlichen Bedingungen erfolgreich abgeschlossen wurden. 
Beispielsweise für eine Baufirma hinsichtlich der Fertigstellung von Häusern. Die Aussicht auf Überraschungen während der Entwicklung ist dadurch für zukünftige Projekte geringer.

Was aber, wenn Sie mehr Wert auf Flexibilität in Ihrem Vorgehen legen und gezielter auf Kundenwünsche eingehen wollen?
Eine flexiblere Methode für IT-Projekte ist das agile Projektmanagement (Scrum ist der bekannteste Vertreter). Beide Vorgehen grenzen sich deutlich voneinander ab:

WasserfallprojektmanagementAgiles Projektmanagement (Scrum)
  • Starre Methode

  • Anforderungen werden zu Beginn festgesetzt

  • Definiertes Vorgehen durch festgelegte Phasen

  • Hauptaugenmerk liegt auf der Planung

  • Hohe Kontrolle über Kosten und Aufwand des Projekts
  • Flexible Methode

  • Anforderungen lassen sich im Lauf des Projekts anpassen

  • Teams arbeiten in kurzen Zyklen (Sprints), um auf Feedback einzugehen

  • hohe Anpassungsfähigkeit

  • Kosten und Aufwand des Projekts sind schwer einzuschätzen

Die Scrum Methode entwickelte sich aus dem Wasserfallprojektmanagement. Es sollte die Lösung für das festgeschriebene Vorgehen im Wasserfallmodell werden. Die Softwareindustrie wurde mit der Zeit wettbewerbsfähiger. Entwickler mussten sich anpassen, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Das Wasserfallprojektmanagement war zu starr und wurde den Anforderungen nicht gerecht. Scrum bietet mehr Flexibilität, da das Vorgehen nicht fest in Stein gemeißelt ist.

Das Scrum Projektmanagement basiert auf iterativen Zyklen (Sprints)
Das Scrum Projektmanagement basiert auf iterativen Zyklen (Sprints)

Bei Scrum legen Sie die Anforderungen an ein Produkt im Product-Backlog fest. Das Vorgehen betrachten Sie aus Sicht des Anwenders. So lassen sich Probleme mithilfe von Scrum früh aus dem Weg räumen. Die Anforderungen werden in den Sprints umgesetzt. Einzelne Teilprojekte, welche durch die kurzen Zyklen entstehen, bilden am Ende des Projekts das fertige Produkt. Durch die Unterteilung in Sprints liefern Teams konstant Verbesserungsvorschläge. Bei Scrum lässt sich im Vergleich zum Wasserfallmodell direkt auf Feedback von anderen Mitarbeitern oder Kunden eingehen. Berücksichtigen Sie dies in den folgenden Sprints und passen Sie Anforderungen dementsprechend an.

Die Scrum Methode verfolgt einen anschaulichen Ansatz. Stellen Sie die Phasen und Sprints mithilfe eines Kanban-Boards oder Burn-Down-Chart visuell dar. Scrum erleichtert das Verfolgen von Fortschritten oder das Einhalten von Deadlines.

Kanban Boards in Zenkit für Ihr Wasserfallprojektmanagement
Kanban-Boards in Scrum schaffen Überblick

Setzen Sie Ihren Fokus

Das Wasserfallprojektmanagement hat wie jede andere Methode seine Vor- und Nachteile. Das Wasserfallmodell eignet sich für ein klares, festgeschriebenes Vorgehen. Gerade wenn es um große, umfangreiche Projekte geht, erweist sich die klare Struktur als Vorteil.

Scrum eignet sich eher als flexiblere Methode, bei welcher sich festgesetzte Anforderungen während dem Projekt anpassen lassen.
Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nicht auf eine Methode zu beschränken. 

Softwarelösungen wie Zenkit sind hilfreich, da sie verschiedene Vorgehen unterstützen und unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden.

Legen Sie bei einem Projekt Wert auf ein klares Vorgehen und eine aussagekräftige Dokumentation? Dann ist das Wasserfallprojektmanagement die richtige Methode für Sie!

Wie definieren Sie die Anforderungen für Ihre Projekte? Was sind Ihre Erfahrungen mit dem Wasserfallprojektmanagement oder Scrum? Welche Methode findet in Ihrem Unternehmen Verwendung?

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören
Bis bald!

Marius und das Zenkit Team