Ein amerikanisches Sprichwort besagt: Wer morgens als Allererstes den größten Frosch zum Frühstück verspeist, hat das Schlimmste hinter sich gebracht und kann beruhigt durch den Tag gehen. Das Eat that Frog-Prinzip von Brian Tracy greift diese Redewendung auf und zeigt, wieso Sie jeden Tag mit der schwierigsten Aufgabe beginnen sollten, um mehr erledigt zu bekommen.

Wir leiden an Aufschieberitis

Menschen verzetteln sich gerne. Oft suchen wir nach Ablenkungen und Schlupflöchern, um unangenehmen Aufgaben so lange wie möglich aus dem Weg zu gehen. Im Rahmen einer Studie der Universität Münster gaben ganze 98 Prozent der Befragten an, wichtige Aufgaben regelmäßig aufzuschieben. Prokrastination und fehlendes Zeitmanagement scheinen also allzu menschlich zu sein.

Wie genau kann die Eat that Frog-Methode unser Zeitmanagement pushen? Um das zu verdeutlichen, müssen wir zunächst einmal verstehen, was uns davon abhält so produktiv zu sein, wie wir es gerne wären. Aus psychologischer Sicht lässt sich unser Hang zur Aufschieberei folgendermaßen erklären:

  • Wir haben Angst zu scheitern

Halten wir unsere Aufgaben für zu schwer und unsere eigenen Fähigkeiten für zu schwach, neigen wir dazu, Dinge aufzuschieben.  Doch ganz nach Henry Ford:

“ Es gibt mehr Menschen, die kapitulieren, als solche, die scheitern.”

Aus Fehlern lernen wir. Wichtig ist vor allen Dingen, die eigene Einstellung gegenüber Misserfolgen zu ändern.

  • Wir brauchen den Druck

Einige Menschen brauchen Druck, um abliefern zu können. Doch Achtung: Lässt unser Zeitmanagement zu wünschen übrig und handeln wir deshalb zu hastig, führt das oft zu Fehlern, die nicht so einfach wieder  ausgebügelt werden können. 

  • Wir lieben kurzfristige Belohnungen

Klar, lieber schauen wir noch eine Folge unserer Lieblingsserie, anstatt uns endlich an die Steuererklärung zu setzen. Oftmals ziehen wir also die gegenwärtige Befriedigung unserer Bedürfnisse zukünftigen Erfolgen vor. Das Glücksgefühl darüber ist meist allerdings nur von kurzer Dauer. Sobald klar wird, dass der Aufgaben-Berg schon wieder nicht kleiner geworden ist, wächst unsere Unzufriedenheit.

Es gibt viele Gründe, weshalb wir nicht immer all die Aufgaben schaffen, die wir uns vorgenommen haben. Wichtig ist es, Strategien zu finden, die uns dabei helfen, den Drang zur ständigen Aufschieberei zu überwinden.
Brian Tracy empfiehlt: Frühstücken Sie Frösche
Frösche zum Frühstück
Das Eat that Frog-Prinzip nutzt den Frosch als Symbol für Ihre schwierigste oder unliebsamste Aufgabe des Tages. Brian Tracy fordert dazu auf, diese zu identifizieren und gleich zu Beginn anzugehen. Eat that Frog verlangt, dass Sie Ihre Aufgaben systematisch planen. Effektives Zeitmanagement wird natürlich keine zusätzlichen Stunden zu Ihrem Arbeitstag hinzuzaubern können, sorgt aber dafür, dass Sie organisierter, motivierter und produktiver arbeiten.

Sie werden merken, schlucken Sie den dicksten Frosch zu Tagesanfang, haben Sie die größte Konzentration und Motivation, um diese unangenehme Aufgabe zu erledigen. Schieben Sie diese jedoch immer weiter auf, wird sie Ihnen den ganzen Tag laut quakend im Hinterkopf herumhüpfen und Ihnen Kraft für alle anderen To-Dos rauben. 

Zudem hat sich Ihr Gehirn durch die Eat that Frog-Methode bereits in eine Art Denkmodus versetzt und ist dazu bereit, weitere Denkaufgaben zu bewältigen. Alles was Sie danach angehen, wird sich nur noch halb so anstrengend anfühlen.

Eat that Frog! So essen Sie den Frosch in nur 3 Schritten

Ständiges Aufschieben bringt uns nicht weiter, sondern kann für unsere Produktivität, unser Zeitmanagement und unsere Motivation den absoluten Tod bedeuten. Wie aber hilft Brian Tracys Eat that Frog-Prinzip dabei, uns konsequent jedes Schlupfloch zu verbauen und die Dinge geregelt zu bekommen?

Schritt #1: Setzen Sie sich klare Ziele

via Giphy

Um das Eat that Frog-Prinzip umsetzen zu können, müssen zunächst einmal klar definierte Ziele aufgestellt werden. Diese sollen dabei helfen, strukturiert und produktiv zu arbeiten und Ihr Zeitmanagement verbessern. Je genauer Sie sich deutlich machen, WAS genau Sie  (und nicht nur DASS, Sie etwas) erreichen wollen, desto einfacher fällt es Ihnen, aus dem gedanklichen Konstrukt konkrete Handlungen abzuleiten. Stellen Sie sich dazu folgende Fragen:

1. Was soll erreicht werden?

2. Wie viel soll erreicht werden und wie messe ich?

3. Warum will ich das Ziel erreichen?

4. Bis wann soll das Ziel erreicht werden?

5. Auf welchem Weg soll das Ziel erreicht werden?

Halten Sie Ihre Ziele schriftlich fest. Probieren Sie auch einmal die  SMART-Methode zur Ziel-Aufstellung aus. Haben Sie sich Ihre Ziele klar gesteckt, leiten Sie im nächsten Schritt Aufgaben und Meilensteine ab.

Schritt #2: Identifizieren Sie den dicksten Frosch

Gelungenes Zeitmanagement ist dicht mit Prioritätensetzung verbunden. Bei Eat that Frog sollen dringliche Aufgaben unmittelbar erledigt werden.

Wie aber gelingt es, Ihre Frosch-Aufgabe zu identifizieren? Auch da hält Brian Tracy ein passendes Konzept bereit. Um herauszufinden, welcher Ihrer Frösche der Größte ist, empfiehlt der Autor, Aufgaben mittels der A-B-C-D-E Methode zu priorisieren.

  1. A-Aufgaben sind äußerst wichtig und müssen sofort erledigt werden. Ansonsten sind negative Konsequenzen zu erwarten.
  2. B-Aufgaben sind zwar wichtig, werden jedoch nach den A-Aufgaben erledigt, da sie weniger extreme Konsequenzen nach sich ziehen.
  3. C-Aufgaben werden erst nach den A- und B- Aufgaben angegangen. Werden C-Aufgaben nicht erledigt, hat dies keine schwerwiegenden Konsequenzen.
  4. D-Aufgaben sind zwar zu erledigen sollten aber nach Möglichkeit sofort delegiert werden, um sich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren zu können.
  5. E-Aufgaben sind für das Gelingen des Projektes nicht relevant. Sie sollten so schnell wie möglich eliminiert werden.

Simpel aber effektiv: Setzen Sie Prioriäten, um Ihr Zeitmanagement zu verbessern!

Schritt #3: Portionieren Sie den Frosch

Messer und Gabel

Haben Sie Ihren Frosch ausgemacht, kommt der schwierigste Teil von Eat that Frog: Sie müssen den großen, glitschigen Burschen essen!

Damit er Ihnen nicht in den falschen Hals gerät, rät Brian Tracy, den Frosch in essbare Portion zu zerteilen. Erstellen Sie vor Beginn jedes Projekts oder Arbeitstages eine Aufgabenliste, inklusive aller Unteraufgaben. Anschließend arbeiten Sie diese der Reihe nach ab.

Folgende Tipps helfen Ihnen außerdem dabei, die Eat that Frog-Methode erfolgreich umzusetzen.

  • Aufs Wesentliche konzentrieren

Bleiben Sie beim Frosch zum Frühstück. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, noch einmal kurz nach Ihren E-Mails zu schauen. Gelungenes Zeitmanagement basiert darauf, Ablenkungen zu vermeiden.

Versuchen Sie sich einen Ort zu schaffen, an dem Sie konzentriert arbeiten können. Verbannen Sie alle Dinge, die Ihre Aufmerksamkeit fesseln, von Ihrem Schreibtisch.  Schalten Sie außerdem, wenn möglich, die Benachrichtigungstöne Ihrer digitalen Posteingänge aus. Haben Sie den Flow einmal gefunden, sollten Sie den Zustand maximaler Produktivität ausreizen.

  • Vorbereitung ist alles

Überlegen Sie sich am Besten schon am Vorabend, welche Aufgabe am nächsten Morgen als Erstes erledigt werden soll. Legen Sie sich alle Materialien und Informationen im Voraus zurecht, um Eat that Frog am nächsten Morgen ungehindert umsetzen können.

  • Gewohnheit macht den Meister

Die Eat that Frog-Methode hilft dabei, Prioritätensetzung zur Gewohnheit werden zu lassen. Genau wie Bizeps und Trizeps ist Ihr Gehirn ein Muskel, den Sie trainieren können. Ständiges Wiederholen einer Tätigkeitsstruktur verankert diese im Unterbewusstsein – und auf einmal schmeckt Eat that Frog gar nicht mehr so übel.

  • Regelmäßig Pausen einlegen

Keiner kann kontinuierlich Frösche schlucken! Natürlich sollten Sie Ihren Workflow oder kreativen Gedankenfluss nicht unterbrechen. Es macht aber durchaus Sinn, regelmäßige Pausen einzulegen. Unser Gehirn nutzt diese nämlich dazu, Erlerntes und Erlebtes noch einmal zu wiederholen und so in den Synapsen zu verankern.

  • Den Kopf frei kriegen

An manchen Tagen quaken so viele Frösche in unserem Hinterkopf, dass keine Kapazität für wichtige Aufgaben mehr bleibt. Es fehlt eindeutig an Konzentration. Da hilft selbst das beste Zeitmanagement mittels Eat that Frog nichts. Was also tun?

Versuchen Sie es doch einmal mit der Braindumping-Technik. Diese hilft dabei, alle Gedanken, Probleme und Belastungen aus dem Kopf zu bekommen. Die Methode ist denkbar einfach durchzuführen. Mittels Stift und Papier schreiben Sie alles auf, was Sie gerade beschäftigt. Das können zum Beispiel sein: Sorgen, Probleme und Fragen, Wünsche, träume und Gedanken, Ziele, Einstellungen und Meinungen oder Bedürfnisse und Geheimnisse.

  • Sich selbst belohnen

Wer mit Eat that Frog dauerhaft produktiv arbeiten möchte, braucht neben einem guten Zeitmanagement eine große Portion Motivation. Diese Belohnung kann von Außenstehenden oder intrinsisch, also aus Ihnen selbst heraus, erfolgen. Egal ob Sie sich ein entspanntes Wochenende, ein gutes Abendessen oder einen frühen Feierabend gönnen – was gut tut motiviert.

  • Digitale Helfer nutzen

Zettelchaos ade! Digitales Eat that Frog erleichtert Ihnen das Frösche essen ungemein! Projektmanagement Tools wie Zenkit helfen Ihnen dabei, Ihre Arbeitsprozesse zu organisieren. Behalten Sie leichter den Überblick über Ihre Aufgaben und Projekte, indem Sie all Ihre Informationen  an einem Ort abspeichern.

Zenkit hält diesbezüglich einige Goodies für Sie bereit. Ihre Aufgaben können Sie beispielsweise als Listen, Kanban-Board, Tabelle, Mind-Map oder in Kalenderansicht mit integriertem Google Calendar aufrufen. So wird Ihr täglicher Frosch um einiges schmackhafter.

Take-Home-Message

via Giphy

Egal ob im Beruf oder privat- Erfolg wird wesentlich durch die eigenen Gewohnheiten beeinflusst. Die Eat that Frog-Methode gibt Anstoß dazu, Aufgaben strukturiert anzugehen. Der Drang zur Prokrastination ist anfangs meist schwer zu überwinden, denn Handlungen werden frühestens nach 30 Tagen zur Gewohnheit. Erinnern Sie sich deshalb regelmäßig daran, weshalb Sie das Eat that Frog-Prinzip anwenden:

  • Effizienteres Zeitmanagement und höhere Produktivität – Fokussierte Handlungsorientierung ist der erste Schritt zum Erfolg.
  • Höhere Motivation – Gute Ergebnisse spornen Sie an.
  • Mehr Willenskraft – Wenigen Menschen schmeckt anfangs der Frosch zum Frühstück.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Eat that Frog-Methode gemacht und möchten uns gerne davon erzählen? Wünschen Sie sich weitere Tipps, wie Sie Brian Tracys Zeitmanagement-Methode in Zenkit umsetzen können? Oder haben Sie einen super Geheimtipp, wie es Ihnen gelungen ist, den inneren Schweinehund zu überwinden und jeden Morgen einen Frosch zu schlucken?

Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen, Ideen und Kommentare.

Bis bald!

Maja und das Zenkit-Team

 

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