Was ist Produktmanagement?

Kunden spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie erfolgreich Ihr Produkt wird. Sie bestimmen die Lebensdauer Ihres Produkts, wie viel Gewinn es einbringen wird und ob es sich zu etwas Großem entwickelt. Aber wie behalten Sie den Überblick? Hier kommt das Produktmanagement ins Spiel. 

Produktmanagement: Definition 

Produktmanagement beschreibt den Prozess der Überwachung eines Produkts von seiner Entstehung bis zu den Nachwirkungen der Markteinführung. Es setzt sich in der Regel aus Produktentwicklung und Produktmarketing zusammen, wird von einem Produktmanager geleitet und folgt den Phasen des Produktlebenszyklus. 

Produktlebenszyklus Phasen Infografik

Der Produktlebenszyklus lässt sich in vier Phasen unterteilen: Einführung, Wachstum, Reife und Rückgang. 

  1. Einführung: In der ersten Phase wird eine genehmigte Idee in ein tatsächliches Produkt umgewandelt und an die Verbraucher vermarktet, die von dessen Existenz erfahren. 
  1. Wachstum: Ein erfolgreiches Produkt wird wachsen und damit auch die Nachfrage danach. Es wird leichter zugänglich gemacht. 
  1. Reife: Wenn ein Produkt die Reifephase erreicht, ist es rentabel geworden. Zudem steigt die Zahl der Konkurrenten und der Marktanteil sinkt möglicherweise. 
  1. Niedergang: In der letzten Phase des Produktlebenszyklus kommt es zum Zusammenbruch des Produkts. Dies kann auf einen starken Wettbewerb oder einen Mangel an Nachfrage zurückzuführen sein. 

Zu wissen, wo sich das Produkt im Lebenszyklus befindet, hilft Ihnen, bessere Geschäftsentscheidungen zu treffen und festzulegen, wie das Produkt verkauft – und vermarktet – werden soll. 

Die Bedeutung des Produktmanagements für Ihr Unternehmen 

Im Vergleich zu anderen Berufen ist das Produktmanagement einer der neueren Berufe innerhalb eines Unternehmens. In kleineren Unternehmen, wie z. B. Start-ups, wird dieser Rolle häufig keine Priorität eingeräumt und sie wird von anderen Fachleuten, wie z. B. Softwareingenieuren oder Marketingfachleuten ausgeführt.  

Produktmanagement ist trotzdem wichtig. Es ist notwendig, weil es dem Rest des Unternehmens hilft, den Wert eines Produkts zu verstehen. Im Wesentlichen geht es darum, zu wissen, was sich verkaufen lässt und wie Sie ein entwickeltes Produkt profitabel machen. Das geschieht, indem man den Kunden versteht. Als kundenorientierter Bereich spürt es die Bedürfnisse und mögliche Herausforderungen der Kunden auf und manifestiert die Lösungen in einem Produkt. Die Aufgabe des Produktmanagements ist nicht nur herauszufinden, was die Kunden mögen und was nicht, sondern auch, warum sie es mögen. 

Die Bedeutung von Produktmanagement in Unternehmen

Ohne Produktmanagement würden die verschiedenen Abteilungen schlechter zusammenarbeiten. Mithilfe des Produktmanagements versuchen die Abteilungen gemeinsam herauszufinden, was sie bereitstellen müssen, um ein erfolgreiches Produkt zu schaffen. 

Was ist ein Produktmanager? 

Ein Produktmanager verwaltet den Produktionsprozess und leitet das Produktteam, das sich aus Personen aus verschiedenen Abteilungen wie Ingenieuren, Geschäftsentwicklung, Analyse und Design zusammensetzt.  

Sie sind funktionsübergreifend tätig und müssen über das erforderliche Wissen bezüglich des Produkts verfügen, um die besten strategischen Entscheidungen treffen zu können. Produktmanager definieren den Problembereich des Kunden und zu ihren Hauptaufgaben gehören die Folgenden: 

  • Entwicklung einer Produktstrategie, die den Umfang, die Roadmap und die KPIs umfasst 
  • Verständnis über den Kundenstamm, den Wettbewerber und die Markttrends 
  • Kommunikation und Einführung von Funktionsanforderungen 
  • Leitung von und Arbeit mit funktionsübergreifenden Teams 

Produktmanager verbinden alle Aspekte eines Unternehmens miteinander, damit ein erfolgreiches Produkt entwickelt wird. Obwohl technische Fähigkeiten oft bevorzugt werden, müssen Sie diese nicht in hohem Maße besitzen, um ein guter Produktmanager zu sein. Folgende Fähigkeiten und Kenntnisse sind jedoch erforderlich: 

  • Produktkenntnisse 
  • Branchenkenntnisse 
  • Planungsfähigkeiten 
  • Strategisches Denken 
  • Entscheidungsfreudigkeit 
  • Liebe zum Detail 
  • Gute Kommunikation 

Welche Eigenschaften braucht ein Produktmanager?

Personen, die Produktmanager werden, kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, von Ingenieuren über Beratern und Analysten bis hin zu Projektmanagern. Um Produktmanager zu werden, müssen Sie nicht unbedingt ein Hochschulstudium absolvieren. Es gibt Online-Kurse für Produktmanagement, die Ihnen ein Zertifikat für relevante Kenntnisse ausstellen. 

Produktmanager vs. Projektmanager 

Produktmanager und Projektmanager sind zwei Rollen in der Technologiebranche, die oft verwechselt werden. Sicher, ihre Bezeichnungen klingen ähnlich und sie haben austauschbare Fähigkeiten wie Zeit- und Teammanagement, die Rollen sind jedoch unterschiedlich und umfassen andere Aufgaben. 

Der Hauptunterschied liegt darin, was sie verwalten: Produktmanager verwalten Produkte, Projektmanager verwalten Projekte. Ein Projekt ist eine Aufgabe, die ein Ziel hat. Wenn das Ziel erreicht ist, wird das Projekt abgeschlossen und der Projektleiter geht zum nächsten Projekt über. Im Vergleich dazu ist ein Produkt unendlich. Die Arbeit eines Produktmanagers endet nicht, sobald das Produkt auf den Markt gebracht wurde. Sie überwachen das Produkt weiterhin und beobachten das Kundenfeedback und die Markttrends, um basierend auf dieser Grundlage Verbesserungen vorzunehmen. 

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Produktmanager 

Im Gegensatz zu einem Projektmanager endet die Arbeit eines Produktmanagers nicht, sobald das Produkt entwickelt und an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Sie arbeiten weiter daran und nehmen auf der Grundlage der Herausforderungen, denen sie begegnen, Verbesserungen vor. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass ein Produktmanager an mehreren Produkten gleichzeitig arbeitet. 

Projektmanager 

Ein Projektmanager ist für Projekte zuständig, die oft zeitlich begrenzt sind. Durch die Planung, Beschaffung und Durchführung eines Projekts tragen sie zur Erreichung der Unternehmensziele bei. Sie sind auch für die Implementierung von Projektmethoden und die Führung von Teams während des gesamten Prozesses verantwortlich.  Dafür verwenden Projektmanager häufig eine Projektmanagementsoftware. 


Ein häufiges Missverständnis ist, dass ein Produktmanager und ein Product Owner dasselbe sind. Auch diese Annahme ist falsch. Ein Product Owner ist neben dem Scrum Master und dem Entwicklungsteam eine der drei Hauptrollen in einem Scrum-Team. Er ist auch ein Produktexperte und hat die Aufgabe, den Backlog zu verwalten, und ist speziell an ein Projekt gebunden, das dem Scrum-Framework folgt. Ein Produktmanager ist Framework unabhängig, kann aber auch ein Product Owner sein. 

7 Tipps, wie Sie ein guter Produktmanager werden 

Ohne gute Produktmanager würde es kein Produktmanagement geben. Hier sind einige Tipps für Produktmanager, die sicherstellen wollen, dass sie jedes Mal das beste Produkt liefern: 

1. Bestimmen Sie wie Erfolg aussieht

Legen Sie fest, was Erfolg für das Produkt bedeutet. Nicht nur Sie sollten wissen, was Sie tun müssen, um das Ziel zu erreichen. Auch alle anderen Mitglieder des Produktteams sollten eine Vorstellung davon haben. Die Definition von Erfolg hilft bei der Festlegung von Zielen und gibt somit Hinweise darauf, wonach die Mitarbeiter streben sollten. 

2. Die Gestaltung von Beziehungen

Ein Teil Ihrer Aufgabe besteht darin, ein funktionsübergreifendes Team zu leiten. Dieses setzt sich aus Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen. Um den Erfolg sicherzustellen, müssen Sie dafür sorgen, dass alle an einem Strang ziehen und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Machen Sie es sich zur Priorität, alle Persönlichkeiten kennenzulernen, damit Sie sinnvolle Beziehungen aufbauen und ein besseres Arbeitsumfeld schaffen können. 

3. Hören Sie was andere Teams zu sagen haben

Wenn Sie wertvolle Erkenntnisse über Ihre Kunden gewinnen möchten, sollten Sie sich an Ihre Vertriebs- und Kundendienstteams wenden. Der Kundendienst steht bei Fragen und Problemen der Kunden an vorderster Front, und die Vertriebsmitarbeiter wissen aus erster Hand, was die Kunden wollen und was nicht. Wenn Sie Zeit mit diesen Teams verbringen, können Sie die häufigsten Probleme der Kunden verstehen und wissen, wo Ihr Produkt verbessert werden kann. 

4. Forschung, Forschung, Forschung

Das Produktmanagement umfasst eine Vielzahl an Markt- und Wettbewerbsanalysen. Es ist unerlässlich, sich über Markttrends auf dem Laufenden zu halten und zu verfolgen, was Ihre Konkurrenten tun, damit Sie mithalten können. Evidenzbasierte Forschung ist Gold wert, denn die Trends ändern sich ständig und Sie können nicht immer davon ausgehen, dass Sie alle Demografien kennen. 

5. Scheuen Sie sich nicht Ihren Fahrplan zu überarbeiten

Eine Ihrer Hauptaufgaben als Produktmanager ist die Erstellung der Roadmap, d. h. des Aktionsplans, auf den sich alle bei der Arbeit an dem Produkt immer wieder beziehen können. Es ist wahrscheinlich, dass während des gesamten Lebenszyklus Änderungen vorgenommen werden, und daher sollte Ihre Roadmap kontinuierlich den Fortschritt widerspiegeln, der gemacht wird. 

6. Verstehen Sie Ihren Software-Stack

Das Niveau der technischen Fähigkeiten, die ein Produktmanager besitzen sollte, ist in der Branche ein sehr umstrittenes Thema. Sie müssen zwar kein Technik-Kenner sein, aber ein gewisses technisches Verständnis ist hilfreich, und ein Verständnis des Software-Stacks Ihres Produkts zu bekommen. Dies wird Ihnen nicht nur helfen, potenzielle Risiken zu erkennen, sondern auch die Arbeitsweise des Entwicklungsteams besser zu verstehen. 

Als Softwarestack oder Solution-Stack bzw. Lösungsstack, oft kurz Stack genannt, bezeichnet man eine Reihe von aufeinander aufbauenden Softwarekomponenten, die gemeinsam eine Plattform bilden.  

7. Teilen Sie Ihr Wissen

Der Austausch von Wissen ist ein wichtiges Element eines jeden erfolgreichen Unternehmens. Er kann die kollektive Intelligenz steigern und das gesamte Unternehmen auf den gleichen Stand heben. Als Produktmanager gibt es immer Raum für Verbesserungen. Wenn Sie Ihr Wissen mit anderen teilen, können Sie weitere Fähigkeiten und Fachkenntnisse von anderen erwerben. Wenn Sie Ihre Ansichten teilen, können Sie diese festigen oder verfeinern, und Sie können dasselbe für andere tun. 


Und zum Schluss 

Das Produktmanagement ist ein wichtiger Aspekt des Geschäftslebens und überwacht die Lebensdauer eines Produkts vom Anfang bis zum Ende. Es konzentriert sich auf das Kundenerlebnis, findet Lösungen für die Herausforderungen der Kunden und hält sich über Markttrends auf dem Laufenden, damit das Unternehmen nicht ins Hintertreffen gerät. 

Ob Ihr Produkt erfolgreich ist oder scheitert, hängt meistens von der Qualität des Produktmanagements ab. Ein guter Produktmanager in Ihrem Team trägt dazu bei, dass Ihr Produkt ein besseres Ergebnis erzielt. 


Was ist Ihr wichtigster Tipp für das Produktmanagement? Wir freuen uns, Ihre Erfahrungen lesen zu können! 

Annalena und das Zenkit Team 

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